Spezialsprechstunde für Patienten mit
Erkrankungen der Hornhaut (Kornea), bei denen eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik)
durchgeführt wurde.
Die Untersuchungen erfolgen nach
Terminvereinbarung unter (0381) 494
5299
und ausschließlich nach Überweisung durch den
behandelnden Augenarzt.
Weitere Informationen:
Welche Funktion hat die Hornhaut?
Die Hornhaut ist das optische Fenster des
Auges, die wie ein Uhrglas in die Lederhaut (Sklera) eingefügt ist. Sie ist hochsensibel innerviert, was schon bei
geringster Berührung den schützenden, reflektorischen Lidschluss bewirkt.
Die Klarheit und damit
„Durchsichtigkeit“ der Hornhaut (Transparenz) kann durch eine Vielzahl von Faktoren (z.B. Narben und Infiltrate)
beeinträchtigt werden.
Das wichtigste Untersuchungsinstrument für den
Augenarzt, zur Beurteilung der Hornhaut, ist die Spaltlampe. Daneben finden weitere Untersuchungsmethoden
Anwendung, um die Morphologie und Funktion der Hornhaut zu beschreiben (z.B. Prüfung der
Hornhautsensibilität, Messung der
Hornhautdicke [Pachymetrie] und -durchmesser,
Bestimmung der Hornhauttopographie, Bestimmung der Endothelzellzahl).
Ursachen für Störungen der
Hornhauttransparenz
- Entzündungen aller Ursachen (bakteriell und virale Erkrankungen)
- Lidschlussdefekte, die zum Austrocknen der Hornhaut führen (z.B.
Fazialisparese, Lähmung von Gesichtsnerven)
- Augenverletzungen mit nachfolgender Narbenbildung
- Kontaktlinsentrageprobleme
- Hornhautdystrophien und –degenerationen (z.B. Keratokonus, bandförmige
Keratopathie, Fuchs’sche Hornhautdystrophie, bullöse Keratopathie)
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Beispiele
für eine eingetrübte Hornhaut |
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Die oben genannten Erkrankungen können zu einer
dauerhaften Eintrübung der Hornhaut und somit
zu einer Sehminderung führen, die eine
sehverbessernde Operation erforderlich machen. Zu den therapeutischen Hornhauteingriffen zählt die Übertragung einer
Spenderhornhaut (Hornhauttransplantation bzw. Keratoplastik).
Möglichkeiten der Keratoplastik
- perforierende (durchgreifende) Keratoplastik
- lamelläre
(schichtweise) Keratoplastik
Die Indikation zur perforierenden
Keratoplastik ist gegeben, wenn Narben, Degenerationen
bzw. Dystrophien zu einer Eintrübung der
Hornhaut in ihrer gesamten Dicke führen.
Das Prinzip der perforierenden Keratoplastik
besteht darin, die erkrankte Hornhaut des Empfängers,
durch eine alle Hornhautschichten umfassenden,
klaren Spenderhornhautscheibe zu ersetzen.
Die transplantierte Hornhaut wird entweder mit
einer fortlaufenden Naht oder mit Einzelknopfnähten fixiert.
Diese Form der Keratoplastik kann als
sehverbessernde Operation (optische Keratoplastik) und
als Notfalleingriff bei einem verletzten,
offenen (perforierten) Auge angewandt werden.
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Befund nach
perforierender Keratoplastik mit zirkulärem Hornhautfaden |
Befund nach
perforierender Keratoplastik nach Hornhautfadenentfernung |
Die lamelläre Keratoplastik kann nur bei
oberflächlichen Hornhauttrübungen durchgeführt werden.
Die tiefen Schichten müssen hierzu intakt sein.
Wird eine Hornhauttransplantation erforderlich,
so ist eine anschließende (postoperative) engmaschige
Nachsorge und intensive Therapie notwendig, um
Komplikationen zu vermeiden.
Mögliche Komplikationen
- Hornhauttransplantatabstoßungsreaktion mit
Eintrübung der Hornhaut
- Gefäßeinsprossungen
- Infektion des Auges
Zur postoperativen Verlaufskontrolle und zu
rechtzeitigen Erkennung eventuell auftretender Komplikationen, bieten wir unseren Patienten die Möglichkeit
an, sich in unserer
Keratoplastiksprechstunde (Sprechzeiten: Montag ab 13.30 Uhr nach Terminvereinbarung) vorzustellen.
Hier werden neben der allgemeinen Nachsorge
auch Therapieschemata zur weiteren Behandlung besprochen.
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